Peter´s TC2

Dachentwässerung beim BAUR TC 2 (e30)

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Entwässerungs- und Korrosionsproblemen beim BAUR-Dach. Beide Themen stehen bei der nachträglich aufgesetzten Dachkonstruktion miteinander in einem ursächlichen Zusammenhang. Die Abbildungen können durch Doppelklick vergrößert werden.Die Dachentwässerung beim BMW BAUR TC2 erfolgt nicht über Schläuche in der A-Säule, sondern über Ablauflöcher, die in die beiden Dachlängsholme eingebracht sind. Das Targadach ist, ebenso wie ein Schiebedach, nie ganz dicht. Der größte Teil des Regenwassers wird zwar von den Targadachdichtungen abgeleitet, aber ein gewisser Teil sammelt sich immer im Dachausschnitt und muss ablaufen können. Hierzu wurden von BAUR die genannten beiden Bohrungen in die Längsträger eingebracht. Die Entwässerung nach hinten erfolgt über jeweils eine Sicke in der C-Säule, die durch das Verdeck seitlich abgedeckt ist.

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Dachentwässerung im Längsholm vorne

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Dachentwässerung aus Entfernung

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Dachentwässerung über Sicke außen an der C-Säule (Pfeil)

Bei der C-Säule sollte man unbedingt darauf achten, dass die Entwässerungssicke nicht nachträglich durch eine durchgehende Dichtung verdeckt ist. Die Dichtung ist absichtlich unterbrochen, damit das Wasser ablaufen kann. Wenn die Dichtung über die Sicke geklebt ist, staut sich das Wasser und läuft über die Hutablage in den Innenraum.Ein Problem entsteht durch Wasser, das sich vorne neben den Hardtoplagern sammelt und nicht über die Längsholme ablaufen kann. Hier treten oft Korrosionen auf. Gerade in diesem Bereich ist der Dachaufbau aber besonders empfindlich, weil dort mehrere Bleche zusammengefügt sind.

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A-Säulenansatz mit starker Korrosion

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A-Säulenansatz im einwandfreien Zustand

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Dachansatz zur A-Säule

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Stelle, an der das BAUR-Dach mit dem Originaldach verlötet ist. Die Lötstelle liegt von außen nicht sichtbar unter der Textilabdeckung des Windlaufs. Wenn man die Tür öffnet und sich den Türausschnitt genau anschaut, erkennt man die Verbindungsstelle (siehe Abbildung oben). Wenn sich Wasser vorne über dem Windlauf sammelt und die Lötstellen korrodiert oder nicht 100%ig ausgeführt sind, dringt Wasser von oben in die A-Säule ein und läuft innen an der A-Säule entlang in den vorderen Fußraum.Wasser im Fußraum kann aber auch durch einen korrodierten Windlauf eindringen. Der Windlauf rostet besonders gerne in den unteren linken und rechten Ecken. Die Korrosion ist manchmal erst sichtbar, wenn die Scheibe ausgebaut ist. Undichte Scheiben erkennt man an Laufspuren hinter dem Armaturenbrett. Eine andere Ursache kann ein verstopfter Ablaufschlauch für die Lüftungsgitterentwässerung sein. Der Ablaufschlauch befindet sich vorne im Motorraum (beim Vierzylinder neben der Batterie) und sollte hin und wieder gesäubert werden, weil sich dort gerne Schlamm aus Laubabfällen sammelt.

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Laufspuren durch undichte Lötnaht im BAUR-Dach (das Bild zeigt die A-Säule von innen rechts neben dem Handschuhfach. Zur besseren Kontrolle sollte man die Lautsprecherverkleidung ausbauen.

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Rost oder Durchrostung in den Windlaufecken

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Ablaufschnorchel für die Entwässerung des Lüftungsgitters unter der Windschutzscheibe

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Lage des Ablaufschnorchels im Motorraum

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Dachansatzstelle von außen gesehen

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Ablaufbohrung mit Dachansatzstelle

Die BAUR-Dachkonstruktion ist zwar verzinkt, das schützt sie aber nicht gegen Korrosion an den Verbindungsstellen zur Originalkarosserie. Neben den genannten Verbindungspunkten im A-Säulenbereich ist vor allem die C-Säule korrosionsgefährdet. Hier setzt das BAUR-Dach auf die Originalkarosserie auf. Die Lötstelle verläuft waagerecht über der Seitenwand und ist durch das Verdeck abgedeckt. Da im Bereich der C-Säule das Verdeck mit jeweils 4 Blechschrauben befestigt ist, kann sich eine Korrosion der Schrauben auf die Dachkonstruktion übertragen. Die Originalschrauben sollten eigentlich Edelstahlschrauben sein, aber es gibt offenbar Ausnahmen. Die übrigen Schrauben des hinteren Verdecks über dem Kofferraumdeckel sitzen in Gewindekäfigen und sind ebenfalls aus Edelstahl. Korrosion ist hier kaum zu befürchten, zumal das Blech mit den Schraubenkäfigen über der Hutablage sitzt und damit praktisch im Innenraum angeordnet ist.

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C-Säule mit starkem Rost im Fensterbereich

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Bohrungen für die Blechschauben der seitlichen Verdeckbefestigung

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C-Säulenansatz mit Blechschraubenbohrungen und Entwässerungssicke

Zur Zustandskontrolle der Dachkonstruktion im C-Säulenbereich sollte man das Verdeck abnehmen und die betreffenden Stellen gut säubern und anschließend konservieren. Das Einsetzen der seitlichen Blechschrauben ist etwas „fummelig“, weil das Dach unter Spannung steht. Hier hilft man sich, wenn man einen stabilen Nagel nimmt und den Nagel zunächst bei etwas abgehobenem Verdeck durch die Schraubenöffnungen des Verdecks führt und dann in die Schraubenbohrung der Karosserie. Anschließend legt man das Verdeck an, zieht den Nagel raus und setzt die Schraube ein. Dadurch vermeidet man Kratzer durch die Schraubenspitze am Lack, was ja wieder zu der gefürchteten Korrosion führen würde. An meinem eigenen Fahrzeug verwendet ich Mike Sanders Korrosionsschutzfett. Mit diesem Fett sind sämtliche Hohlräume und der Unterboden konserviert. In die Dachkonstruktion wurde im Bereich der Längsholme jeweils eine Bohrung eingebracht, um das Fett einspritzen zu können. Das Fett bleibt dauerelastisch und läuft bei Wärmeeinwirkung durch Sonneneinstrahlung in die Karosserieräume nach. Neu entstehende Risse in der alten Hohlraumkonservierung werden dadurch stets wieder geschlossen.Voraussetzung für einen trockenen Innenraum sind gute Dichtungen im gesamten Verdeckbereich sowie gute Türdichtungen. Da das Dach vorne durch eine Bohrung über der Türdichtung entwässert wird, läuft das Wasser die Dichtung herunter und von außen an A-Säule ab. Bei undichten Türdichtungen dringt es dann von oben entlang der A-Säule in den Innenraum ein. Die neuen Türdichtungen sind einteilig und werden einfach aufgesteckt.

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A-Säule mit Dachkonstruktion und Türdichtung im guten Zustand

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Nachträgliche Bohrung für Hohlraumkonservierung

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag einige BAUR-spezifische Fragen zu den Entwässerungsproblemen klären.

Gruß, Peter