Bernd´s TC2

Die Story meines Baur
Technische Daten
Name: Baur TC2
Typ: BMW 316 E30
Baujahr: 08 / 1986
Motor: 1754 cm³
Leistung: 66 kW / 90 PS
Vergaser: 2BE
Getriebe: 5. Schongang

Hallo Freunde,

hier möchte ich euch von „meinem Baur“ erzählen.

Im Spätsommer 1999 fiel mir im Kleinanzeigenteil unserer hiesigen Tageszeitung eine Anzeige auf. “BMW 316 Baur Cabrio günstig abzugeben“. Mehr stand da nicht. Da ich seit einem Jahr keinen BMW mehr fuhr, sondern einen praktischen Familienkombi aus dem Lande Nippon, dachte ich, schau ihn dir doch mal an, nur so, was kann schon passieren, kaufen will ich ihn ja eigentlich nicht. Nun ja, es kam wie es kommen musste, eine Stunde später war ich stolzer Besitzer eines Baur TC2. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich schon mehrere 3er BMW gefahren habe, und mir die Baur immer positiv aufgefallen sind. Und als eingefleischter BMW-Fan war ich mit unserem japanischen Familienesel zwar zufrieden, aber nicht glücklich.

Die Verhandlungen zum Kauf waren recht unkompliziert, Probefahrt ging nicht, weil nicht angemeldet und Batterie leer. Kupplung war auch defekt, ebenso der Kühler. Den optischen Zustand würde ich mit ungepflegt bezeichnen. Der Verkäufer hatte absolut keine Ahnung von Autos, wusste auch nicht, was ein solches Automobil wert ist. Ich bot im 1.000 DM und er war sofort einverstanden. Als ich mir an den nächsten Tagen das Auto und die Papiere näher anschaute, stellte sich heraus, dass 1996 das komplette Dach erneuert und ein Tauschmotor eingebaut wurde. Dieser Motor hatte in den 3 Jahren mal gerade 27.000 Km gelaufen. Aufgrund dieser Tatsachen habe ich den Kauf zu dem Preis nie bereut.

In den folgenden 3 Jahren habe ich das Automobil komplett restauriert und wieder hergerichtet.

Ich habe aber nur Original BMW Zubehör eingebaut, das auch im E30 Verwendung fand.

Die Liste der original Extras ist lang:

ab Werk:

Verdeck Textilstoff Sonnenland schwarz
el. Außenspiegel rechts incl. Beheizung, auch Fahrertürschloss und Waschwasserdüsen
Aluräder Kreuzspeiche 15″
Metalliclackierung burgundrot
Modellschriftzug Entfall
Sportlenkrad
Wärmeschutzglas grün mit Grünkeil

nachträglich von mir eingebaut:

Anhängerkupplung, abnehmbar
Antenne, elektrisch
Blinkleuchten seitlich
Cassettenbox
Dekorstreifen
Drehzahlmesser ohne Verbrauchsanzeige
Fensterheber, elektrisch
Feuerlöscher, Halon 2kg
Frontspoiler
5-Gang Schongetriebe
Heckspoiler, klein
Kofferraumleuchte, zusätzlich
Ladeschutzkante
Leder
Nebelscheinwerfer mit 2 Nebelschlussleuchten
Radlaufzierleisten Chrom
Radio Bavaria Business C RDS mit CD Wechsler Changer P
Schaltknauf Leder
Servolenkung
Recaro Sportsitze
Sportfahrwerk mit Gasdruckdämpfer und 40/60 Tieferlegung
Warndreieck
Zentralverriegelung

Im folgenden noch einige Fotos zu meiner Arbeit.
(Um die Bilder zu vergrößern, bitte einfach auf die Bilder klicken.)
Links das Auto beim Kauf 1999… …rechts nach vollendeter Arbeit.

Die Aufnahmen geben nur sehr ungenau die optische Verwandlung wieder. Auf den folgenden Detailaufnahmen kann man die aufwändige Arbeit genauer betrachten.

Der leichte Rostansatz am linken Rücklicht entpuppte sich nach der Demontage als knifflige Aufgabe. Ich wollte keine komplette Seitenwand einsetzen, also flexte ich mir das entsprechende Blech aus einem guten Schlachtfahrzeug und schweißte es sauber in meinem Baur. Einwenig Spachtel, und man sieht nix!

Die kleine Beule unterm rechten Rücklicht brauchte nur ausgebeult werden

Nach der Demontage der hinteren Stossstange zeigte sich die braune Pest, und das der Wagen mal eine Anhängerkupplung hatte. Auch diesmal verwendete ich kein neues Heckblech, sondern setzte Reparaturbleche ein. Gleichzeitig baute ich noch eine abnehmbare Anhängerkupplung an, die ich für 50,- DM incl. E-Satz gebraucht kaufte.

Im Frontbereich war nur sehr geringer Kantenrost zu finden. DE-Scheinwerfer, Nebellampen und ein anderer Frontspoiler in Wagenfarbe waren ein Muss für mich. Die kleinen Dekor-Streifen und Radlaufchrom kommen bei einem dunklen Automobil ebenfalls sehr gut zur Geltung. Ursprünglich wollte ich die großen Dekor-Streifen anbringen, aber die sind leider nicht mehr lieferbar.

Die schwarze Niere ist aktuell gegen eine verchromte ausgetauscht worden.

Die kleine Rostwasserspur unterhalb der Windschutzscheibe lies nichts Gutes ahnen. Nachdem ich die Scheibe heraus genommen hatte, zeigten sich auf beiden Seite Rostlöcher neben den Wasserabläufen. Auch hier wollte ich keinen kompletten Scheibenrahmen ersetzen und dengelte mir kleine Reparaturbleche die ich sauber einschweißte. Das Hauptproblem bestand darin, dass das Armaturenbrett aus Kunststoff keinen Schaden nehmen durfte. Ich fertigte mir „Schutzbleche“ an, womit ich das Armaturenbrett abdeckte und so vor Hitze und Schweißperlen schützte. Leider gibt es hiervon kein Foto. Man sollte auch darauf achten, dass man die Abläufe nicht mit verschließt, sonst läuft das Wasser in den Fahrgastraum hinter das Armaturenbrett. Ich baute eine neue Windschutzscheibe mit Grünkeil ein, da die alte schon sehr viele Kratzer hatte. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.

Die Wagenheberaufnahme vorn links war durchgerostet, die vorn rechts war in Ordnung. Auch hier fertigte ich mir die Bleche selbst an und schweißte sie auch ein. Wenn man Bodenbleche einschweißt, sollte man grundsätzlich von innen den Teppich und alle Dämmstoffe entfernen, sonst fangen diese sehr leicht Feuer.

Der komplette Unterboden wurde entrostet und mit Unterbodenschutz versehen. Sämtliche Gummilager einschließlich Tonnenlager der Hinterachse erneuert, was kein großes Problem war, da ich die komplette Hinterachse ausgebaut hatte. Bei der Gelegenheit hielt dann ein Fahrwerk mit Tieferlegung 60/40 und 4 neuen Gasdruckstoßdämpfern Einzug. Sämtliche Manschetten kamen neu, und der Achsträger wurde gesandstrahlt, verzinkt und schwarz lackiert. Auch der Tank wurde von außen gesandstrahlt, verzinkt und mit Unterbodenschutz versehen. Es versteht sich von selbst, dass ich alle Bauteile der Bremse, also Sättel, Scheiben, Leitungen u.s.w. ebenfalls erneuerte und teilweise rot lackierte. Die Hitzeschutzbleche der Auspuffanlage wurden auch gesandstrahlt und neu verzinkt. Nur der Auspuff blieb der alte. Auch der Vorderwagen wurde entrostet und mit Unterbodenschutz versehen. Der Vorderachsträger und der Stabilisator wurden gesandstrahlt, verzinkt und schwarz lackiert. Bei der Gelegenheit konnte ich die Servolenkung, die ich aus einem Schlachtfahrzeug ausgebaut hatte, auch relativ einfach einbauen. Natürlich wurden auch hier alle Gummis, die Dreieckslenker und die komplette Bremse erneuert. Bei der Servolenkung hatte ich leider Pech, der Zylinder war nach 2 Wochen undicht geworden, er hatte wohl doch zu lange gestanden. Ich baute dann eine Austauschlenkung ein. Das 4-Gang Getriebe tauschte ich gegen ein 5-Gang Getriebe mit Schongang. Die Kupplung kam natürlich neu.

Im Fahrgastraum wurde auch einiges geändert. Als erstes kam das Momo-Lenkrad raus, es wurde gegen ein BMW Sportlenkrad ersetzt. Das Alpine-Radio war auch nicht nach meinem Wunsch. Es musste ein original BMW Radio sein, und zwar das BMW Reverse RDS. Aber auch das habe ich aktuell gegen ein BMW Bavaria Business C RDS mit CD Changer P ausgetauscht. Die Uhr im Armaturenbrett war auch nicht nach meinem Geschmack, hier sollte ein Drehzahlmesser ohne Verbrauchsanzeige seinen Dienst tun. Der Zeitmesser wanderte in die Mittelkonsole. Die Veloursportsitze wurden gegen BMW Recaro Sportsitze aus schwarzen Leder getauscht, ebenfalls die Rücksitzbank. Was nicht original, aber originell ist, sind die Fußraumleuchten. Hier fanden zwei Kofferraumbeleuchtungen im vorderen Ende der Mittelkonsole, jeweils zum Fußraum hin, Platz. Geschaltet über den entsprechenden Türkontakt leuchten sie immer, wenn die Tür aufgeht, eben genau so wie die eigentliche Innenbeleuchtung.

Der Motorraum… hier hab` ich mich richtig ausgetobt !Viel musste ich hier nicht erneuern, einige Schläuche, den Kühler, den Wasserbehälter für die Scheibenreinigungsanlage und diverse Kleinigkeiten. Aber es gab Einiges zu reinigen und optisch zu verschönern. Aber die folgenden Bilder sagen mehr als 1.000 Worte. Auch hier wieder links der Zustand beim Kauf und rechts so wie der Motorraum heute aussieht.

Die Stunden habe ich nie gezählt, die Rechnungen auch nicht!

Heute ist das Automobil laut eines Gutachtens im Zustand 2. Den Versicherungswert möchte ich hier aus verständlichen Gründen nicht nennen.

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